Au revoir chagrin

Das Werk von Helga Zumstein schreit nicht – es berührt. Still, zart und tief. Die 1966 in Brig im Oberwallis geborene Künstlerin schafft in einer lauten, oft ruhelosen Welt etwas, das fast schon revolutionär wirkt: Mit ihren Bildern entstehen kleine Inseln der Ruhe.

„Ich weiss, die Welt ist nicht so rosa, wie ich sie male“, sagt sie selbst. Und gerade in diesem Satz liegt das Geheimnis ihrer Kunst: Sie ist keine Flucht vor der Realität – sie ist eine bewusste, fast trotzig-poetische Entscheidung für das Schöne, das Zarte, das Hoffnungsvolle. In einer Zeit, in der viele künstlerische Positionen von Düsternis und Dekonstruktion geprägt sind, ist Helga Zumsteins Malerei ein Bekenntnis zur Sanftheit, zum Anstand, zum Respekt – und ja: auch zur Liebe.

Ihre Bilder feiern das Leben – aber nicht schrill, sondern mit einem Lächeln. Sie lassen uns innehalten, wie ein Sonnenstrahl auf der Haut, ein Duft, der eine Erinnerung weckt, ein Lied, das wir lange nicht mehr gehört haben. „Au revoir chagrin“ – so könnte man ihr ganzes Werk überschreiben. Nicht, weil Schmerz verleugnet würde, sondern weil sie ihm etwas entgegensetzt: Leichtigkeit. Wärme. Versöhnung.

Was uns in ihrer Malerei begegnet, ist oft weiblich, sinnlich, verspielt. Es sind Körper, Gesichter, Blumen – ja, auch Rosa, Pink, Rot – aber immer mit Tiefe. Ihre Werke sind nicht naiv, sondern bewusst sanft. Wie ein ruhiger Atemzug inmitten eines Sturms.

Sie eröffnet mit jedem Bild einen Raum – nicht nur einen Bildraum, sondern einen inneren Raum. Einen Ort, an dem Frieden möglich ist. Einen Platz, an dem Erotik nicht zum Konsumobjekt wird, sondern eine zarte, selbstbestimmte Kraft. Einen Ort, an dem wir uns nicht erklären, sondern einfach sein dürfen.

Helga Zumsteins Kunst ist ein Geschenk. Sie erinnert uns daran, dass wir das Leichte nicht mit dem Oberflächlichen verwechseln sollten. Dass Schönheit kein Kitsch ist, sondern Widerstand. Und dass auch Rosa eine politische Farbe sein kann – wenn es aus dem Herzen kommt.

Mit ihren Bildern schenkt Helga Zumstein weit mehr als ästhetische Erfahrung. Sie schenkt Momente der Menschlichkeit, der Ruhe, der Freude – und das ist heute vielleicht wichtiger denn je.

(Auschnitt aus der Laudation der Ausstellung in Montreux Sommer 2025)

 

Grosse Formate


Königinnen und Rabateure

Wie lässt sich die Faszination und grosse Popularität der archaischen Ringkuhkämpfe in der heutigen Moderne erklären? Ein  wesentliches Element ist sicher die Natürlichkeit der Kämpfe.

 

Ringkuhkampf

Die Kuh ist eigentlich das sanftmütige Schweizer Vorzeigetier an sich. Abgesehen von der berüchtigten lila Ausführung grasen auf Wiesen und Almen der Eidgenossenschaft rund 750'000 Exemplare. Die meisten gehen ihrer angestammten Verpflichtung nach und produzieren Milch. Doch es gibt Ausnahmen: Im Wallis lebt die Rasse der Eringer. Weil diese Kühe sich von Natur aus gegenseitig attackieren, haben die Bauern versucht, ihre latente Aggressivität in Bahnen zu lenken und daraus ein Volksfest gemacht: den Ringkuhkampf.

 

Das Geheimnis der "Alpbestossung"

 Nachdem die Eringerkühe den Winter in ihren Ställen verbracht haben, werden sie, wie viele andere Kühe auch, im Frühjahr auf die Alp getrieben. Bereits während des Alpauftriebs treffen sie auf Tiere benachbarter Ställe und sogleich beginnt eine Rangelei um die Hierarchie in der Herde. Oben angekommen, liefern sich die Kühe hitzige Kämpfe, aus denen am Ende die "Königin der Herde" hervorgeht. "Alpbestossung" nennt das der Walliser Bauer. Es ist keine Auseinandersetzung auf Leben und Tod, denn die Schwächeren geben rechtzeitig auf. Und nach der Herstellung der Rangordnung gehen alle wieder friedlich miteinander um.

 

Auch bei anderen Kuhrassen gab es früher Konkurrenz um die Hierarchie. Aber die meisten Milchkühe wurden hochgezüchtet und besitzen nicht mehr die Energie, sich auf ihre Artgenossinnen zu beziehen. Die streitsüchtige Natur der Eringer jedoch blieb erhalten. Sie werden gehalten wie jede andere Kuh, vor den Wettkämpfen allerdings weniger gemolken. Kühe, die an den Frühjahrskämpfen teilnehmen, müssen vorher gekalbt haben, Kühe in den Herbstkämpfen müssen trächtig sein. Damit wird sichergestellt, dass auch die streitbaren Eringerinnen normale Kühe bleiben und nicht zu einer "Kampfrasse" hochgezüchtet werden.

(aus www.vispinfo.ch)


Unterwegs angetroffen /grosse Formate 2010-13

Blickwinkel einer Aussenseiterin - Beobachterin unspektakulärer Situationen!

Alltägliches - Flüchtiges -  Momente  -  Fremdes - Stille .